Erlebnisberichte

„Pain is temporary, glory is forever!“

altAnfang 2009 hatte ich mich aufgrund von Verletzungssorgien und den ständigen Punktspielen an Wochenenden dazu durchgerungen, mit dem Fußballspielen aufzuhören. Ich wollte gern flexibler sein, trotzdem aber eine Sportart finden, bei der ich fit bleibe und die eine größere Herausforderung darstellt. Das Fitnessstudio war mir zu eintönig, darum entschied ich mich für ein wenig mehr Dynamik. So landete ich beim Triathlonsport, denn hier lassen sich sogar drei Sportarten miteinander kombinieren und es ist abwechslungsreich.

Seit Jahr 2009 bin ich nun dabei. Ich absolvierte bis dato vier olympischen Distanzen in Grimma und Leipzig (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen), jeweils mit einer aktiven Vorbereitungszeit von circa 3 Monaten. Dabei konnte ich mich von 2009 auf 2010 um 9 Minuten von 2:32 h auf 2:23 h verbessern.

Im September des letzten Jahres fragte ich mich dann, ob ich im kommenden Jahr vielleicht mal eine Halbdistanz versuchen sollte. Doch da ich von Natur aus nicht sehr geduldig bin, entschied ich mich gleich an eine IRONMAN-Distanz zu wagen.

Zu meinem Erschrecken stellte ich fest, dass der IRONMAN Frankfurt kurz nach Öffnen der Einschreibung bereits ausgebucht war! Also noch ein Jahr warten???

Ich suchte nach anderen Veranstaltungen und wurde in der Schweiz fündig. Der „IRONMAN Switzerland“ hatte noch freie Startplätze zu vergeben. Später sollte ich auch erfahren, warum. Nicht, dass die IM-Distanz so schon hart genug ist, hier kommen auch auf der Radstrecke ordentlich Höhenmeter hinzu.

Die Anmeldung stand also – 3,8 km Schwimmen, 180 km Rad fahren und ein anschließender Marathon von 42,2 km – die Königsdisziplin des Ausdauersports.

Oft wurden mir die folgenden Fragen gestellt:

"Bist Du schon einmal 3,8 km geschwommen?" – "Nein!"

"Bist Du schon einmal 180 km Rad gefahren?" "Ja, auf einer Radreise mit Vollgepäck nach Santiago de Compostella!"

"Bist Du schon einmal einen Marathon gelaufen?" – "Nein, sogar noch nicht mal einen Halbmarathon!"

Warum mache ich das? Weil mir der Triathlonsport sehr viel Spaß macht, mir die Dynamik und das Adrenalin im Wettkampf einen kleinen Kick geben. Die IRONMAN-Distanz möchte ich machen um eine Grenzerfahrung zu erleben – ich möchte spüren wie es sich anfühlt nach über 11 Stunden über die Ziellinie zu laufen. Ganz banal gesagt aber auch: Das ist etwas, was man einmal in seinem Leben gemacht haben muss. Ich möchte einmal sagen können: „Ich bin ein IRONMAN!“ Also getreu dem Motto „Pain is temporary, glory is forever!“.

Die eigentliche Vorbereitung begann mit dem Sportscheck-Lauf im Oktober 2010 – ein 10 km Lauf durch die Leipziger Innenstadt. Mit Ach und Krach lief ich eine Zeit von 43 Minuten und 22 Sekunden.

Im Anschluss an diese Veranstaltung habe ich mich viel auf das Laufen konzentriert, um im Januar zu testen, ob meine Knie von der Belastung her überhaupt einen Marathon schaffen können. Beim Leipziger Wintermarathon im Januar dieses Jahres (Teammarathon) konnte ich meine Bedenken streichen, denn der 1. Marathon meines Lebens war ohne Schmerzen geschafft.

altSeit Oktober des letzten Jahres habe ich folgendes Trainingsprogramm absolviert:

Laufen: 1305 km

Rad fahren: 1123 Km

Schwimmen: 54 Km

Beim IRONMAN-Plan orientiere ich mich ein wenig an den Empfehlungen von Hermann Aschwer (Buch: „Triathlon Training“), was zahlreiche Tipps für die Trainingsgestaltung, Ernährungstipps (das fällt mir besonders schwer…, dafür esse ich viel zu gern) und viele andere interessante Dinge darstellt.

Als erstes Ziel für den "Tag X" habe ich mir gesetzt anzukommen. Die Steigerung davon könnte sein, dies unter 12 Stunden zu schaffen, was sicherlich schon ein großer Erfolg für mich wäre. Zum Vergleich: im letzten Jahr erreichten die Profis das Ziel nach circa 8:40 h, eine Qualifikation für Hawaii bewegt sich bei circa 9:15 h.

Da diese Qualifikation wohl bei Weitem nicht machbar ist, konzentriere ich mich eben aufs Ankommen. Um weiter vorne zu landen, habe ich wohl mindestens 15 Jahre zu spät mit dem Triathlon angefangen...! Und das ist auch gut so!

So orientiere ich mich also an einem 11 Stunden Plan, um das oben genannte Ziel zu erreichen (nach 12 Stunden anzukommen). Denn oftmals lassen sich leider die Pläne auch aus beruflicher Sicht nicht immer exakt einhalten.

Die Empfehlung zur Bewältigung eines IRONMAN sagt:

Um in 11 Stunden zu finishen, ist das folgende Pensum in den letzten 26 Wochen (6 Monaten) erforderlich:

Schwimmen: 140 km = 5-6 km/Woche (derzeit 37 km)

Radfahren: 4700 km = 192 km/Woche (derzeit 840 km)

Laufen: 1.250 km = 48 km/Woche (derzeit 469 km)

Soweit bin ich im Soll. Aber mit dem Radfahren muss ich jetzt so langsam loslegen, da liegt noch so Einiges an Kilometern vor mir. Ich hoffe aber auf viele schöne Ausfahrten mit den HALLZIGern!

Bis zum IRONMAN werde ich verschiedene Wettkämpfe (keine 100%) zur Trainingsvorbereitung nutzen. Geplant sind einzelne Radrennen, RTF und freie Touren, ein Halbmarathon, ein Marathon, 1-2 olympische Distanzen und ein Halb-IRONMAN.

Soweit erstmal die Theorie! Fürs Erste sollten die paar Daten reichen. Nun muss ich mich wieder meinem Training widmen, was wirklich manchmal Überwindung kostet. Aber hey, wer hat gesagt, dass das "Unternehmen IRONMAN" einfach wird...?

Euer IronFaber