Erlebnisberichte

AUPOE 2011 - Von Aue zur Insel Poel 21.05.2011

Als Erstes ein großes Lob an die Super Organisation!

altTreffen zur 3. Aupoe war Samstag 4.30 Uhr in Aue am Radhaus. Die Ortsansässigen hatten Ihr Gepäck für die Übernachtung schon vorher deponiert, welches mit dem 1. Bus schon zur Jugendherberge in Wismar gebracht wurde. Die persönlichen Sachen zum Wechseln für unterwegs wurden in den 2. und 3. Bus geladen, die die Tour als Küchen-, Transport- und Servicefahrzeug begleiteten. Die Flaschen wurden gefüllt, die Trikottaschen mit Kohlehydrate vollgestopft und letzte organisatorische Sachen geklärt.

Die harten Fakten sahen so aus:
Länge ca. 500km
Mitfahrer 14 Männer und 2 Frauen
Angestrebte Geschwindigkeit: 30-31km/h
Etappen 5x 100km mit 4 x 20-minütigen Pausen
Das persönliche Ziel hieß: „Ankommen!“

Punkt 5.00 Uhr ging die Tour mit der Eröffnung des Bürgermeisters von Aue los. Ca 10°C, trocken, kein Wind und heller wurde es auch langsam, sodass wir kein Licht am Rad brauchten. Am Anfang waren noch etliche Steigungen zu überwinden, weswegen von den 16 Radlern 3 erst mal im Auto blieben.

Die Tour führte dann über Lichtenstein, Waldenburg, am Flugplatz Nobitz vorbei nach Altmörbitz dann bis Frohburg die B95, von dort über Bad Lausig nach Pomßen, wo die erste Raststelle war. Bis dahin hatten wir einen Schnitt von 32 km/h. Die Verpflegung war absolut super. Es gab Wasser, verschiedene Säfte, Cola, Malzbier, Kaffee und Tee. Beim Essen sah es noch besser aus: von Kartoffelsuppe mit Wiener über Nudelsuppe, belegte Brote mit Käse, Wurst und Nutella bis hin zum Kuchen und Obst war alles da! Ab hier fuhr dann auch unser ältester Teilnehmer (Ü 60) mit.

altNach der geplanten 20-minütigen Pause ging es bei einsetzendem Nieselregen pünktlich weiter über Klinga und Machern. Nachdem wir bis Eilenburg alle durchgeweicht waren, hörte es auf zu regnen, was aber immer nur die ersten beiden genießen konnten, da keiner sozialverträgliche Schutzbleche am Rad hatte. Von dort ging es die B107 über Bad Düben, die immer trockener wurde, bis Oranienbaum. Irgendwo auf dieser Strecke verlor unser Ü 60 eine Schraube von der Spannrolle der Schaltung, weswegen er wieder in den Bus musste.

Von dort aus ging es zur Fähre nach Coswig, wo wir nach dem Übersetzen die 2. Rast einlegten. Hier wurde auch das Problem mit der fehlenden Schraube improvisierend gelöst. Nach der Pause fuhren dann auch unsere 2 Damen mit und das Feld war komplett. Nachdem wir mit vollem Magen die unmerkliche Steigung nach Coswig hinter uns hatten konnten wir den Schnitt schnell wieder auf 32 km/h bringen und rollten nun im Flachland bei bestem Fahrradwetter und leichtem Rück- und Seitenwind die B 107 bis Jerichow zum 3. Rastplatz mit einem 33er Schnitt. Allerdings brachen da immer wieder Fahrer hinten herraus und wir mussten vorne das Tempo rausnehmen.

Nachdem wir uns wieder die Bäuche gefüllt hatten zog es die ältere der beiden Damen vor, sich wieder in den Bus zurückzuziehen. Von dort ging es dann über Hafelberg zur B 5, die wir dann bis Ludwigslust fuhren. Da einige keinen oder defekte Tachos hatten, zog das Tempo öfters nach den Wechseln vorne an, was einige dann selbst im Windschatten an Ihre Leistungsgrenze brachte. An den Brückenüberquerungen bei Perleberg konnten dann 4 das Tempo nicht mehr halten. Die Nachzügler, die dort auch im Bus hätten weiterfahren können waren aber so verbohrt, dass sie unbedingt weiterfahren wollten.

An der 4. und letzten Rast kamen die 4 dann einzeln verspätet an. Durch den unbedingten Willen der langsameren Fahrer ließ sich die Tourleitung dazu überreden, die letzte Etappe in zwei Gruppen zu fahren. Die eine sollte den kürzesten Weg nach Poel nehmen und wir wollten noch die 500 voll machen. Wir sind dann vollgetankt zu neunt die letzte Etappe mit einem 33,5er Schnitt gefahren bis dann die Tour im wahrsten Sinne des Wortes „im Sande verlief“. (Nötige Streckenänderungen sind eben nicht geplant und werden vorher auch nicht abgefahren…) Eine Anwohnerin sagte uns, dass der Waldweg (Sand) nur 500 m lang wäre. Die Räder haben wir dann 3 km geschoben! Vorher sind wir noch durch Schwerin geradelt, um am Schloss vorbeizufahren, was gerade im herrlichsten Licht in der untergehenden Sonne stand. Die „Fahrsüchtigen“ wollten sich leider nicht mal die Zeit für ein Gruppenfoto mit diesem Supermotiv nehmen… (Im letzten Jahr war es beider Ortsdurchfahrt Schwerins schon stockdunkel gewesen.)
Hier am Schloss ist auch noch ein Fahrer trotz mehrfacher Warnungen auf den Schienen gestürzt. Passiert ist aber zum Glück nichts weiter.

Nach der Waldpassage nahmen wir dann, von Flugsauriern zerfressen wieder Fahrt auf. Bis zum Schweriner See ging es noch im Hellen. Ab da wurde es immer dunkler und die Straßen schlechter. Da einige keine vernünftige Beleuchtung für die gefahren Geschwindigkeiten hatten, waren wir hinten den Unebenheiten und Löchern gnadenlos ausgesetzt, was dazu führte, das man den Lenker nicht mehr zum Essen und Trinken loslassen konnte. Bis zum Schweriner See hab ich mich super gefühlt, ab da ging es bergab.

altDurstig und ausgelaugt half nur noch brachiale Gewalt um vorwärts zu kommen und den Tacho zu überreden, sich der 500 zu nähern, wogegen der sich zu wehren schien. Geschafft und glücklich erreichten wir gegen 22.30 Uhr das Ziel mit dem 2. Defekt der Tour. (Ein Durchschlag und das 20 Meter vor dem Ziel...)

Endlich ein Bier oder zwei…

Die 2. Gruppe kam 20 Minuten später an. Sie hatten 25 km weniger und waren noch platter als wir. Dann verluden wir die Räder. Ich war noch als Einziger in der Ostsee baden. Es zischte und es hat nicht gebrannt, was ich als ein gutes Zeichen deutete.

Dann fuhren wir mit den Bussen zurück nach Wismar in die Jugendherberge, die top war. Unsere Betten waren schon vom vorausfahrenden Begleitpersonal bezogen worden. Dort lehrte sich der Raum, wo wir noch gemeinsam die Ereignisse auswerteten schneller, als der Kasten Bier und die Kiste Sekt. Das Bier haben wir dann noch zu dritt geschafft, den Sekt nicht. Das vorzügliche Frühstück genossen wir dann bei herrlichstem Sonnenschein im Freisitz der Herberge, packten dann unsere Sachen und fuhren wieder nach Aue zurück.

Gesamtschnitt der Tour: 32,5 km/h
Durchschnittlicher Puls 134

Meinem Hintern geht es schon wieder besser, dafür hab ich jetzt Ballons in die Oberschenkel. Noch mehr zu schreiben hab ich jetzt keine Lust, der Bericht muss ja nicht so lang werden wie die Tour. Ich muss erst mal ein paar Stunden schlafen…