Erlebnisberichte

25.08.2013 - "Ötztaler Radmarathon"

Alles nur ein Traum ? Nein. In diesem Jahr habe ich einen Startplatz für eine weitere Traumteilnahme beim Ötztaler Radmarathon erhalten. Mit den Erfahrungen aus den Jahren 2009 und 2010 bin ich den Spaß ziemlich gelassen angegangen und habe mich auf den Tag der Tage gut vorbereitet und gefreut. Die Vorbereitungen waren in diesem Jahr entspannt, keine Krankheiten keine Verletzungen, ca. 8000 Radkilometer und lange Regenerationsphasen. Nun war es soweit, der Wecker klingelte am Sonntag um 4.45 Uhr, der erste Blick ging aus dem Fenster und die Wetterprognosen hatten Recht. Es regnete in Strömen. In der Hoffnung, dass der Regen aufhört, ging es zum Frühstück.
Aber Pusteblume, nach dem Frühstück regnete es noch stärker. Gegen 6.00 Uhr bin ich dann in die Startaufstellung gerollt. So gut es ging habe ich versucht mich mit einer Mülltüte schon vor Rennbeginn vor dem Regen zu schützen. Die Temperatur lag bei ca. 10°. 6.45 Uhr erfolgte der Startschuss mit einer Kanone und es ging "endlich" los. Die Meute stürzte sich in die erste Abfahrt bis Ötz, wie immer kam es schon zu ersten leichten Stürzen. Wasser von oben, von unten, von allen Seiten, nach 20 Kilometern war die Kleidung total durchnässt. In den Schuhen sammelte sich das Wasser, trotz Regenüberschuh. Die Regenkleidung konnte den Oberkörper einigermaßen schützen.

Glücklich die erste Abfahrt sicher gemeistert zu haben, ging es in den ersten 18 Kilometer langen Anstieg nach Kühtai. Der Regen wurde stärker, umso höher man hinauf kletterte. Die Regenjacke geöffnet und keinen Gedanken an das miserable Wetter verschwenden, ging es gleichmäßig und ohne große Probleme bergauf. Erstaunt war ich, denn Kühtai doch so schnell erreicht zu haben. Die Flaschen gefüllt, ein wenig Verpflegung und es ging in die 25 Kilometer lange Abfahrt. In 2000 Meter Höhe waren die Temperaturen bei 2°, nach wenigen 100 Metern in der Abfahrt, wurde es sehr kalt. Die Arme schlotterten, die Zähne klapperten, trotzdem war die Option in bereitgestellte Busse für den Rücktransport zu steigen nicht akzeptabel. Mit aller Vorsicht und gedrosseltem Tempo bin ich die Abfahrt runter. Glücklich unten angekommen ging es im Flachen weiter in Richtung Innsbruck. Schnell hatte ich mich wieder warm gefahren, die Nässe störte nicht.
Weiter ging es bei Dauerregen in einer schnellen Gruppe über den Brenner. Kurz vor der Verpflegungsstation am Brenner hatte das Wetter ein Erbarmen, es hörte auf zu regnen. Eine bessere Zeit war durch die extrem vorsichtige Fahrweise weit entfernt, schon am Brenner hatte ich einen Rückstand von 25 Minuten auf die geplante Zeit, aber es regnete nicht mehr. In der Anfahrt hinunter nach Sterzing wurden nicht nur die Straßen trockener, die Kleidung trocknete auch langsam. Der Jaufenpass konnte dann gleichmäßig bei immer besserem Wetter gefahren werden. Die Abfahrt vom Jaufenpass habe ich dennoch mit Vorsicht genommen, weil die Straßen an einigen Stellen noch nass waren. Unten in St. Leonhardt angekommen, wartete nur noch der 28 Kilometer lange Anstieg zum Timmelsjoch.
Die Sonne kam raus und machte den Anstieg bis zur letzten Verpflegungsstation zur schweißtreibenden Sache. Die letzten 1000 m Höhenunterschied auf 10 Kilometern, die letzten Kehren, bis zur Passhöhe des Timmelsjochs waren hart und haben die letzten Reserven gefordert. Die Abfahrt nach Sölden konnte dann auf trockenen Straßen, mit einem normalen Tempo gefahren werden. Ziel erreicht ! Das Ziel konnte ich bei der dritten Teilnahme in 10:16 h erreichen. Wenn man berücksichtigt, wie viele erst gar nicht angetreten sind und wie viele das Rennen abgebrochen und nicht beendet haben und wenn ich die Bedingungen reflektiere, bin ich mit dieser Zeit sehr zufrieden.


Einige Impressionen findet ihr in der Bildergalerie auf der Seite des Grupetto Dessau.