Erlebnisberichte

Neuseen Classics 2009...

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...oder „Blut ist der Saft, der Wunder schafft“

Wie schreibt man über ein Ereignis, dass so ganz anders war, als alle Radsportveranstaltungen vorher. Und welches einen auch, ist man mitgefahren, ein klein bisschen verändert… Und wo beginnen? Tja, am Besten am Anfang.

Die Entscheidung, die Neuseen Classics mitzufahren, hatte ich bereits im letzten Jahr getroffen. Und das noch vor meiner ersten Teilnahme an einer RTF…


Im Dezember erfolgte die Anmeldung für die 70-km-Strecke. Erst als ich erfuhr, dass auch Norbert „Wieselflink“ seine Anmeldung hinter sich hatte, er jedoch die 130 km angehen wollte, kam ich ins Grübeln. „Warum eigentlich nicht? So viel schlimmer können die paar Kilometer auch nicht sein!“ Im regelmäßigen Mailverkehr sprachen wir über die „Für und Wider“. Ausschlaggebend war für mich als Anfänger nur das Eine: bei der längeren Tour hatte man bedeutend mehr Zeit oder Gelegenheit, eine für sich passende Gruppe zu finden, bei der das Tempo passt und wo man sich anhängen kann. Also meldete ich mich fix im März noch auf die längere Distanz um, was von Mika-Timing schnell erledigt wurde.

Die Onlineregistrierung erfolgte problemlos und zügig, genau wie das Abbuchen der Startergebühr. Für 79,- EURO waren neben dem Standard-Starterbeutel mit T-Shirt, Trinkflasche und Gel von Nutrixxion, Knusperflocken, Startnummer und dem Transponder für die Zeitnahme, Kabelbinder und Sicherheitsnadeln sogar noch ein schickes Trikot der Neuseen Classics 2009 mit dabei.

Die ganzen Sachen erhielten wir im Kraftwerk Lippendorf, wo am Pfingstsonntag auch die Starterparty stattfand, bei der wir bereits einen kleinen Einblick auf die Veranstaltung im Ganzen erhielten. Außerdem bekamen wir gezeigt, mit welch tollem Material die „Anderen“ ins Rennen gingen. Da war an Rennradmarken wirklich (fast) alles vertreten, was Rang und Namen hatte. Viele erschienen schon mal in ihrer Rennkleidung, auch wenn sie sich kurz vorher am Parkplatz noch schnell umgezogen hatten…

Die Portion Spaghetti Bolognese war genau so üppig wie lecker und wurde mit einem freundlichen Lächeln des Vattenfall-Kantinenpersonals ausgeschenkt. Die Getränke gab es von einer äußerst attraktiven jungen Dame des Orga-Teams im Außenbereich. Es bildete sich eine kurze Schlange bei ihrem Kollegen und eine seeehr lange Schlange bei ihr…

Allein Norbert hatte wohl weniger Interesse am Drumherum und ganz andere Probleme. Am Donnerstag hatte ihn ein Autofahrer die Vorfahrt genommen und sein Rad somit sprichwörtlich „über den Jordan“ gebracht. Das Montieren der noch zu gebrauchenden Teile an seinem „Zweitrad“ zog sich bis Sonntagabend hin und so recht zufrieden schien er mir – zumindest zur Starterparty – nicht zu sein. Das größte Problem war wohl eine neue Sattelstütze für seinen Stahlrenner, die aber weder vor Ort am Grupetto-Stand noch am Lucky-Bike-Stand zu haben war. Selbst ein Blitzbesuch nach der Starterparty bei meinem Fahrradhändler blieb erfolglos. Klar, zu Pfingsten ist eben nicht jeder zu Hause…

Gegen 18.30 Uhr lieferte ich Norbert zu Hause ab. Er schien mir optimistisch zu sein, das Rad schon irgendwie klar zu bekommen. Tja, wenn man schrauben kann…

Meine Frau servierte mir am Abend nochmals eine große Portion Spaghetti Bolognese, die ich tapfer aufaß. Dazu trug natürlich auch bei, dass das Essen zu Hause noch leckerer war, als in der Kantine.

Ich schlief gut, war aber schon gegen halb fünf wieder munter. Der Kaffee tat gut, die Portion Nudeln am Morgen (ja, schon wieder!) schaffte ich nicht ganz. Alle benötigten Sachen hatte ich am Abend vorher schon bereitgelegt, das Auto war ebenfalls für den Transport von zwei Rädern präpariert.
Gegen 07.00 Uhr holte ich Norbert ab. Er hatte tatsächlich alles geschafft! Die anschließende Fahrt nach Zwenkau erfolgte aufgrund der zahlreichen Streckensperrungen etwas holprig, dafür war der schnell gefundene Parkplatz am Zwenkauer Netto-Markt perfekt. Überall standen offene Autos und Transporter. Räder wurden ausgeladen, Laufräder montiert, Luft aufgepumpt und sich umgezogen. Hektische Betriebsamkeit vor dem Start eben. Jedoch verlief alles ziemlich leise und ohne größeres Tamtam.

Wir radelten vom Parkplatz los und erreichten in drei Minuten das Gewerbegebiet, in dem sich Start und Ziel befand. Und wirklich überall sich warmfahrende Radler. So drehten auch wir noch ein paar lockere Runden, nachdem wir die Startaufstellungszone gefunden hatten.

Wir hatten uns mit dem angegebenen 30er-Durchschnitt für Startblock C „qualifiziert“, wobei über die Selbsteinschätzung anderer später noch geredet wird…
Auch diesmal hatte ich mir wieder das Ziel gesteckt, nicht Letzter zu werden. Und meiner Familie musste ich versprechen, heil wieder nach Hause zu kommen. In diversen Foren war schon zu oft über Massenstürze und schlimme Unfälle bei den Neuseen geschrieben worden.

Faszinierend war die Stimmung im Startblock um uns. Sehr ruhig und scheinbar ausgeglichen die Einen, nervös an den Unterlippen kauend die Anderen. Es gab echt „aufgekratzte“ Stimmung bei einigen Wenigen, die sich scheinbar Mut für das Kommende machen wollten.

Zwei Minuten vor dem Start gaben Norbert und ich uns nochmals die Hand und wünschten und gegenseitig alles Gute. Dann, weit vor uns, zählte plötzlich eine Lausprecherstimme den Countdown. Das „Null!“ war längst verklungen aber noch bewegte sich nichts bei uns. Klar, bis in die knapp 1.000 Starter Bewegung kommt…, das kann dauern!

Go…!
Endlich bewegten sich in vorn Helme, wurden Oberkörper auf Rädern sichtbar. Rings um uns das hektische Klicken der Pedalen. Da wird endlich unser Startblock geöffnet. Aufsteigen und los!

Jetzt ist nur das noch Surren und Schnurren der Laufräder im Leerlauf zu hören, wenn es um Kurven geht. Ich versuchte bereits jetzt, in diesem riesigen Starterfeld nach vorne zu kommen. Ein Blick auf den Tacho: 42 km/h. „In dem Tempo kannst Du das Rennen niemals lange durchhalten!“ Aber versuche mal, bei dieser Adrenalin-Ausschüttung langsamer zu werden!

Da kam der rote Start-und-Ziel-Bogen mit der Zeitmesseinrichtung in Sicht. Unter dem Jubel der Zuschauer ging es aus dem Gewerbegebiet in Richtung Markkleeberg. Bereits jetzt zieht sich das Feld weit auseinander und ich bin allein. Der Tacho zeigt kurzzeitig 51 km/h!! „Wahnsinn!“, denke ich. „Nur ruhiger und langsamer fahren!“ An der Brücke über die B2 überhole ich, mittlerweile wieder bei 38 km/h angelangt einige andere Einzelfahrer. Dann geht es auf die gesperrte zweispurige Schnellstraße Richtung Leipzig. Erst jetzt zwang ich mich richtig, konzentriert langsamer zu fahren. „Jetzt eine gute Gruppe zu finden, das wäre ein Glück!“ Beim Umschauen sah ich von hinten langsam eine größere Gruppe heran rollen, die wohl das „richtige“ Tempo hatten. Ich kurbelte ein bisschen langsamer und ließ das Grupetto links vorbeiziehen. Dann hängte ich mich hinten dran. Das Tempo lag bei 36 und ich kann jetzt im Windschatten die Fahrt fast genießen.

altDa ging es schon wieder von der B2 runter und nach Markkleeberg hinein. Die Straße war eine miese Mischung aus Straßenbahnschienen und zugeschmierten Schlaglöchern - aber noch lange nicht so schlimm wie erwartet. Schnell war der See erreicht und über den Asphaltweg ging es rechts hinunter. Lang aufgereiht wie an eine Perlenkette zogen sich über den Seerundweg die Gruppen und Grüppchen der Fahrer.
Jetzt drückte ich mir das erste Gelpäckchen in den Mund und schob auch gleich noch einen Riegel hinterher. Wer wusste schon, wann sich die nächste Gelegenheit fand.

Erste leichte Hügelchen kamen in Sicht. Diese waren, das wird sich später noch öfter zeigen, meine Chance, Plätze gutzumachen. Merkwürdiger Weise verlangsamte sich das Tempo der Gruppen nämlich schon lange vor dem Berg. Viele Fahrer rührten wie wild in den Gängen herum, taten aber meiner Meinung nach nichts, was am Ende Sinn ergab. Ich zog wirklich locker vorbei und kam nicht mal aus der Puste. Fasziniert beobachte ich das wilde und hektisch-hüpfende Kurbeln der Anderen.

In einiger Entfernung sah ich wieder eine größere Gruppe und es gelang mir, aufzuschließen und mich nach vorne zu arbeiten. Zufällig landete ich in der Nähe einer äußerst schmucken Fahrerin, die wohl mit ihrem Freund zusammen die Gruppe anführte und das Tempo bestimmte. In dieser Gruppe, die auf den nächsten Kilometern bis kurz vor Grimma noch jede Menge Ausreißer schluckte, verstecke ich mich. Und immer wiederholte sich das Spiel am Berg: die Gruppe wurde langsamer beim Sichten einer Steigung, ich fuhr (um mein Tempo nicht wesentlich zu verringern) links an der Gruppe vorbei, war als Erster oben, führte einen oder zwei Kilometer und ließ mich dann wieder schlucken, um das Gleiche am nächsten Berg zu wiederholen.

 

Berge? Doch nicht hier!
Was dann aber bei Kilometer 55 in Golzern mit dem lapidaren Hinweis „Bergprämie“ auf uns wartete, hatte ich so vorher gar nicht verinnerlicht. Ein Brocken mit 15% Steigung und gefühlten 5 Kilometern Länge. In Wirklichkeit waren es sicherlich nur 1 oder 1,5 Kilometer.
Die Kette wurde auf der Kassette immer weiter nach links durchgereicht. Irgendwann war aber auch da mal Schluss und ab da hieß es dann „Zähne zusammenbeißen!“. Den Blick auf den Pulsmesser sparte ich mir. Bereits in etwas weniger „anstrengenden Gefilden“ lag er über 160. Mein Herz hämmerte und ich befürchtete schon das Schlimmste. Ich zwang mich, ruhiger zu kurbeln und tief durchzuatmen. Das klappte noch. Nach einer Kurve sah ich, dass tatsächlich ein paar Fahrer abgestiegen waren und ihre Räder den Berg hochschoben… Und die sahen auch nicht gerade aus, als hätten sie „Buttermilch statt Blut“ im Körper (Zitat von Jan Ulrich entliehen).

altDie Schilder verkündeten in gleichmäßigen Abständen das zu erwartende Ende der Quälerei. Die anfeuernden Rufe der vielen Zuschauer an der Straße halfen zumindest ein bisschen: „Loohhs, Tembo! Schnellor! Gleich habt‘ors geschofft!“ Und das kam auch meist von bierbäuchigen Herren mit einer halbvollen Flasche Gerstensaftes in der Hand. Da wirkte das Winken der kleinen Kinderhände und die Rufe mit den dazugehörigen Stimmchen bei mir schon mehr. Oben! Geschafft!
Die nächste Steigung in Bröhsen und die danach Folgenden nahm ich gar nicht richtig wahr.

Die Gruppe mit der schmucken Tempofahrerein war wohl in Golzern am Berg völlig zerfallen. Dafür hatten sich neue Gruppen gebildet.

Zwischen Kleinbardau und Glasten war ein Buffet angekündigt, welches sich als große Enttäuschung herausstellte. Zwar wurden in zügigem Tempo Trinkflaschen an die vorbeifahrenden Rennfahrer gereicht, leider nur stellt sich der Inhalt als eine Art zuckersüße und äußerst klebrige Limonade heraus. Überall hörte ich „Ähkks!“, „Pfuideibel!“ und „Was’n das für Gelumpe?“ Meist folgte kurz darauf eine fliegende, fast volle Flasche. Ich drückte mir zweimal den Mund bis zum Rand voll und entledigte mich dann auch des roten Flüssigklebstoffs.

War ich die letzten Kilometer im hinteren Drittel einer guten Gruppe gefahren, stellte ich jetzt mit Schrecken fest, dass sich diese nach dem „Buffet“ neu geordnet und sich dadurch das Tempo etwas verschärft hatte. Langsam klaffte erst ein kleines, dann ein immer größer werdendes Loch. Ich sah plötzlich alle Hoffnungen mit „meiner“ Gruppe am Horizont entschwinden, als mich plötzlich eine Hand am Oberschenkel berührte. Ein schneller Einzelfahrer von hinten setzte sich schräg vor mich und gibt Windschatten! Ich war total perplex über dieses Verhalten und freute mich riesig über soviel Kameradschaft bei einem Rennen. Er führt mich flott und professionell an die Gruppe heran, schaute sich nochmals kurz um, grinste und entschwand dann weiter nach vorn. Was war ich glücklich!

Mittlerweile schien auch die Sonne auf uns herab und das hob die Stimmung im gesamten Feld. Es wurden kurze Gespräche geführt, ab und zu war auch ein Lachen hier und da zu hören. Dann ging es auch schon auf die B95 und hier stellte ich erstaunt fest, dass es bis zum Ziel nicht mehr weit sein konnte. Nach einigen Kurven und kleinen Erhebungen war plötzlich Lippendorf schon zu sehen.

Durch kleine Ortschafte mit Volkfeststimmung ging es weiter in Richtung Neukieritzsch. Ich drückte mir schnell nochmals ein Gel in den Mund und futterte einen Riegel. Das musste jetzt bis zum Ziel reichen. Die zurückgebrachte Nahrung würde schon Verwendung finden.

Mut oder Dummheit?
An der Eisenbahnbrücke in Neukieritzsch überholte ich wieder das gesamte Feld und war mit einem respektablen Vorsprung als erster drüber. Beim Umschauen sah ich, dass zwischen dem Feld und mir ca. 200 Meter lagen. Ob ich die Gelegenheit nutzen und jetzt, 10 Kilometer vor dem Ziel, mal einen Ausreißversuch unternehmen sollte? „Ach, was soll‘s!", dachte ich. „Mehr als einfangen können sie Dich nicht.“ Also los! Die Alleinfahrt ließ sich am Anfang auch gut an. Ein schneller Einzelfahrer kam von hinten und überholte mich locker. „Lass ihn ziehen! Wer weiß, wozu Du das bisschen vorhandene Energie noch brauchst…“, sagte ich mir.

Der Abstand zum Feld hatte sich bis kurz vor Lippendorf noch weiter vergrößert. Doch wie sehr ich die Kraft des geliebten Windes unterschätzte, merkte ich erst, als ich hinter Lippendorf und ohne den Schutz der Bäume von vorne angefaucht wurde. Ich schaltete auf das kleinere Blatt und versuchte konstant ein 36er Tempo zu fahren. Das gelang auch eine Weile ganz gut. Aber irgendwann merkte ich, dass die Kraft nachließ und dass ich die Strecke in dem Tempo allein bis Zwenkau nicht schaffen würde. Ich wurde immer langsamer. Auch das Zusammenbeißen der Kauleisten brachte keinen Erfolg. Und irgendwann zeigte mir der Tacho nur noch eine 33er Geschwindigkeit an.

Das Umschauen lohnte nicht, ich hörte bereits das Surren der sich schnell nähernden Gruppe hinter mir. Und das 3 Kilometer vor dem Ziel… Also zog ich schnell auf die linke Straßenseite und ließ das Feld vorbei. Hinten ordnete ich mich dann brav wieder ein und konnte mich wieder etwas erholen.

Plötzlich war Zwenkau erreicht! Nach der Tankstelle ging es ins Gewerbegebiet und ich hörte schon die Stimme von Radio-Moderator Roman Knoblauch. Als die Absperrgitter begannen, ging auch die Gruppe nochmals ein schärferes Tempo an. Ich sah allerdings niemanden aus dem Sattel gehen. Also blieb auch ich sitzen und trat ordentlich in die Pedale. Es gelang mir tatsächlich noch einige Fahrer zu überholen! Mit einem glücklichen Grinsen fuhr ich über die Ziellinie. Geschafft!!! Aus!! Vorbei!

Im langsamen Ausrollen steuerte ich die Nachverpflegungsstation an und trank erst einmal zwei Becher Wasser. Es folgten Apfelstückchen und halbe Bananen. Ein Blick auf die Uhr: 13.46 Uhr. Also ca. 3,5 Stunden für die Strecke. Meinen Durchschnitt bekam ich über den Tacho nicht raus, ich hatte ihn vor dem Start nicht auf „0“ gestellt…
Die ganze Zeit danach fragte ich mich dann doch: „Letzter biste nicht geworden… Aber welcher Platz war‘s denn nun??“ Das würde wohl bis zum späten Nachmittag Zeit haben müssen.

Nachlese
Den größten Teil der Strecke zum Parkplatz lief ich. An Fahren war bei den Massen an Menschen gar nicht zu denken. Erst in der Nähe des Kreisverkehrs setzte ich mich wieder aufs Rad und fuhr. Auf dem Parkplatz bei Netto überall aufgekratzte Stimmung. Ich war wohlig erschöpft und setzte mich im Schneidersitz auf die Ladefläche des Kombis, um auf Norbert zu warten.
Doch der kam nicht. Gegen 14.00 Uhr fing ich langsam an, mir Sorgen zu machen. 14.15 Uhr sah ich den blauen Besenwagen vom THW am Parkplatz vorbeifahren… „Jetzt müsste er aber wirklich gleich kommen!“ Nachdenklich verzog ich mich mal kurz in den Busch. Und wer stand grinsend am Auto, als ich zurückkam?

Norbert hatte die ganze Zeit Windschattenspender für eine junge – und laut seiner Aussage sehr schmucke – Rennradlerin gespielt und so aus dem Rennen eine gemütliche Radtour gemacht… Der Freund des Mädels hatte sie wohl überredet, bei der „Radtour“ mitzumachen, sich aber 10 Sekunden nach dem Start aus Startblock A auf und davon gemacht. Wie lange diese Beziehung wohl noch hält…?

Zusammen sind Norbert und ich dann nochmals bei herrlichstem Sonnenschein zum Abgeben der Transponder gefahren. Ich konnte es mir natürlich nach Abgabe des Chips nicht verkneifen, einen Blick auf die druckfrischen Listen mit den Durchfahrtszeiten zu werfen. Doch wo suchte ich meinen Namen? Sollte ich von vorn beginnen oder von hinten. Mit „Scannerblick“ wurden also ab dem Platz 300 die vielen Zeilen auf ca. 15 DIN A4-Seiten durchforstet. Da! Hinter Platz 480 entdeckte ich meinen Namen. „Kann nicht sein. Da hast Du Dich bestimmt verguckt.“

Doch auch der Blick ins Internet am Abend zeigt das gleiche Ergebnis und offerierte mir mit einem 35,13er Durchschnitt einen – meinen!! – persönlichen Rekord. Für mich absolut unglaublich. Und ein echter Anreiz, im nächsten Jahr noch härter zu kämpfen und die Zeit und Platzierung vielleicht mit ein bisschen Glück zu verbessern.

In jedem Fall war die Teilnahme ein Erlebnis, welches ich so vorher nie hatte. Die Dimension der Veranstaltung war und ist riesig und erst beim Lesen und Ausschneiden der Zeitungsartikel am heutigen Tag und dem Betrachten der Fotos wurde mir klar: „Da warst Du dabei. Und zwar mittendrin…!“